Deutscher Roman sah spektakuläre DNA-Ergebnisse Tutenchamuns voraus

Die Forschungsergebnisse der DNA-Analyse Tutenchamuns stimmen in erstaunlichem Maß mit dem Inhalt des 2009 erschienenen Romans Das Amarna-Grab überein. Sollte der Roman weniger Fiktion beinhalten als bislang angenommen wurde?

Die unlängst durchgeführte DNA-Analyse Tutenchamuns hat sensationelle Schlussfolgerungen zugelassen, von denen Medien in der gesamten Welt berichten.
Die französische Zeitung Le Figaro schreibt am 16.02.2010: „Als Vater von Tutenchamun ist der Pharao Echnaton identifiziert worden, Gemahl der legendären Königin Nofretete. Seine Mutter ist die Mumie KV35YL, deren Name unbekannt bleibt.“
Ebenfalls am 16.02.2010 schreibt die deutsche Onlinezeitung spektrumdirekt: „KV35EL, die namenlose „ältere Frau“, identifizierten die Wissenschaftler jetzt als Teje, Mutter Echnatons und Frau von Amenophis III. „Das kann man durchaus als Sensation bezeichnen“, sagt Loeben. „Anders sieht es mit der „jüngeren Frau“ KV35YL aus dem Grab aus. Deren Identifizierung ist ein kalter Guss für die Ägyptologie: Es ist die Mutter Tutanchamuns, aber es ist nicht Nofretete.“

Es handelt sich um Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2010. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Informationen bereits 2009 in einem Roman veröffentlicht wurden, der Vorgehensweise und Ergebnisse exakt vorhergesagt hat.

In dem Roman Das Amarna-Grab des Schriftstellers Jacob Nomus versucht ein deutscher Wissenschaftler den Stammbaum Tutenchamuns mit Hilfe der DNA-Analyse zu erstellen. Er untersucht die Mumie des Pharao, sowie die Körper der beiden Föten aus dem Grab KV62 und drei weitere Mumien aus KV35 und KV55. Das Ergebnis der im Roman beschriebenen DNA-Analyse: Als Vater von Tutenchamun wird Echnaton identifiziert, als Mutter die Mumie KV35YL, die jedoch nicht Nofretete ist. Die Mumie KV35EL ist Teje, Mutter Echnatons und Frau von Amenophis III.

Der im Roman Das Amarna-Grab ausgearbeitete Stammbaum Tutenchamuns entspricht exakt dem, den der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi A. Hawass, et al. im Jahr 2010 rekonstruierten. Ein Zufall?

Jacob Nomus - Das Amarna-Grab„Kein Zufall“, sagt Nomus. Er selbst sieht in der wissenschaftlichen Bestätigung seiner Überlegungen schlicht das Ergebnis sauberer Recherche und logischer Verknüpfung der Elemente. „Ich bin kein Ägyptologe, aber es reizt mich, meine Geschichten authentisch zu gestalten. Für den Roman Das Amarna-Grab habe ich zwei Jahre recherchiert, mich mit Ägyptologen, Theologen, Astronomen und Medizinern ausgetauscht. Ich habe verschiedene Theorien über die Vorgänge in der 18. Dynastie gegeneinander abgewogen und eine Handlung konstruiert, die sowohl phantastisch als auch möglich ist. Wenn ein Gedankengang auf Fakten und einfachen, naheliegenden Schlüssen beruht, kann es vorkommen, dass er sich eines Tages als wahr herausstellt. So wie es nun geschehen ist.“

Der Roman Das Amarna-Grab beschreibt Echnatons Leben, den Schritt zum Monotheismus, die Erschaffung der Stadt Achet-Aton, das heutige Amarna. Nomus unterstreicht, dass die gesamte Handlung fiktiv ist, und doch birgt der Text Überraschungen. Zwei Jahre akribische Recherche und das in sich schlüssige Einbinden der Fakten in ein neues, fiktives Bild, scheinen nicht wenige Wahrheiten entdeckt zu haben. Das Ergebnis: Im Unterschied zu Le Figaro nennt der Roman den Namen von Tutenchamuns wahrer Mutter.

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