WolfBooks präsentiert: Ollis Gewinnspiel „Das Konzept“

„Na, wer hätte es gedacht? Der Olli ist wieder da! Endlich konnte ich mich aus der stickigen Kiste befreien. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit, bin ich bereit, endlich wieder zu arbeiten!“

Frisch aus dem Umzugskarton gehüpft, hält Olli die erste Überraschung bereit: Er verlost fünf Exemplare des Buchs „Das Konzept“.
Wie ihr an der Verlosung teilnehmen könnt, erfahrt ihr hier: http://wolfbooks.de/Frag-h–Oliver.htm

Eile ist geboten: Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich dem 31. März 2011.

Rudolf Schürzers Vermächtnis

Rudolf Schürzers VermächtnisInternet und Gerechtigkeit – unzählige Diskussionen ranken sich im Netz um die Unvereinbarkeit dieser beiden Begriffe. Bei jedem „Wettstreit“ wird gezofft, gelitten, verdächtigt. Wortgefechtthermik und Bedeutung des Wettbewerbs stehen hierbei in einem direkten proportionalen Verhältnis. Am 1. Dezember sollen im BookRix-Gewinnspiel „Das Konzept“ fünf Gewinner ermittelt werden. Gibt es ein Prozedere, das der Community erlaubt, ein Ergebnis diskussionslos zu akzeptieren?

Willkür muss ausgeschlossen werden; dieser Gedanke ließ mich nach einem mathematischen Verfahren für die Auslosung suchen. Manipulation muss ausgeschlossen werden; die in das mathematische Verfahren eingegebenen Werte sollten von einer übergeordneten Instanz vorgegeben werden. Alles muss in seinen Schritten von allen Teilnehmern beobachtbar und nachvollziehbar sein; ich brauchte etwas Öffentliches, was dem Zufallsprinzip folgte. Bingo: Die Ziehung der Lottozahlen am 1. Dezember erlaubt, die Gewinner des Buchs „Das Konzept“ in Echtzeit zu ermitteln.

Jacob Nomus - Das Konzept
Was mich an der Idee, die Lottozahlen zur Verlosung heranzuziehen am meisten fasziniert, ist der Bezug zur Titelgeschichte „Das Konzept“. Aus diesem Grund lautet die Ankündigung wie folgt:

„Am 1. Dezember 2010 werden die fünf durch Schicksal und Mathematik ermittelten Gewinner bekannt gegeben. Dies ist das Testament Rudolf Schürzers.“

Literaturmagazin Asphaltspuren über „Das Konzept“

„Jacob Nomus ist in der ASP-Redaktion bereits im letzten Jahr mit seinem Roman Das Amarna Grab aufgefallen. Nun trudelte ein Band mit Kurzgeschichten von ihm ein und ein zweiter Blick auf das Cover lässt den Betrachter grübeln. Irgendwas an dem Umschlagbild stimmt nicht, denn das Motiv des vitruvianischen Menschen von Da Vinci ist ebenso bekannt, wie das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa. Hier ist es falsch dargestellt. Oder auch nicht, denn die Titelgeschichte des KG-Bandes, Das Konzept, klärt den Leser auf, was es mit der falschen/richtigen Darstellung auf sich hat.“

Nach dem Motto: Ich kann auch anders! Und das kann er, ohne jeden Zweifel.

Jacob Nomus - Das Konzept„Kurzgeschichten sind was feines, wenn man ein Buch während der Zugfahrt oder bei anderen, zeitlich begrenzten Abschnitten der Untätigkeit zur Hand nimmt. Meist nur ein paar Seiten lang, können sie ohne Unterbrechung genossen werden… wenn sie denn gut geschrieben sind. Der Nachteil: meist wird über mehrere Geschichten ein bestimmtes, vom Autor favorisiertes, Erzählmuster eingehalten, was auf die Dauer auch schon mal ermüdend sein kann.
Hier unterscheidet sich zum ersten Mal Das Konzept von anderen Kurzgeschichtenbänden eines Autors – Nomus kümmert sich einen feuchten Dreck um Erzählmuster und greift tief in eine Kiste mit verschiedenen Erzählstilen nach dem Motto: Ich kann auch anders! Und das kann er, ohne jeden Zweifel. Egal, ob es sich dabei um eine Hommage an Douglas Adams handelt, oder die Melancholie eines Ereignisses, das die Welt in Trauer versetzte – mit einer traumhaften Stilsicherheit bearbeitet er das gewählte Thema und beweist seinen Facettenreichtum an Stilmitteln mit jeder Geschichte neu. Als wenn das noch nicht genug wäre, präsentiert Nomus auch noch einen Querschnitt durch verschiedene Literaturgattungen. Von Science-Fiction, über Gegenwartsliteratur bis hin zur historischen Erzählung – die Bandbreite ist beindruckend.
Viel Lob also für einen Autor, dessen Name eher in Insiderkreisen gehandelt wird. Dieses Lob verblasst aber vollständig, wenn man sich der Titelstory widmet – einer Novelle, die wegen ihrer Konzeption das Leserherz hüpfen lässt. Mit einem ungewöhnlich gut inszenierten Spannungsbogen ausgestattet und einer gehörigen Portion Mystik gewürzt, die allerdings weit entfernt von den billigen Effekten englischsprachiger Verschwörungs-Schriftsteller ist, läuft Nomus mit dieser Geschichte zur Hochform auf. Die sich vorsichtig und langsam entwickelnde kafkaeske Story kann man nur als aussergewöhnlich bezeichnen und hätte dem Altmeister der verstörenden Literatur zur Ehre gereicht. In Sachen Sprache und Erzählkunst wird hierbei ein Niveau erreicht, das mehr als nur bemerkenswert ist.“

> Originalartikel „Asphaltspuren“
> Artikel (PDF)

Ray Kurzweil bestätigt Nomus‘ Thriller „Retina“

Für manche Leser haftet der Idee von Jacob Nomus‘ Science Fiction-Thriller Retina, in dem zerebrale Inhalte auf ein externes Speichermedium übertragen werden, etwas schier Unglaubliches an.

Jacob Nomus - Retina (aus: Das Konzept)Am 21. Oktober 2010 bestätigte der pluriprämierte, amerikanische Hi-Tech-Forscher Raymond Kurzweil bei einem Vortrag in Wien die Aussage des Thrillers, die in spätestens 20 Jahren Realität sein soll: „Es wird möglich sein, von jedem Gedanken eine Sicherungskopie zu erstellen, von jeder Erfahrung, von allem, was uns zu Individuen macht.“

In Retina werden zerebrale Daten, z.B. Gedanken und Erinnerungen, online gespeichert, um profitablen Suchmaschinen neue Inhalte zu liefern. Der direkte Zugriff auf das menschliche Gehirn ist zugleich eine offene Tür für Verbrecher: Es reicht, einen kleinen Parameter umzustellen, um aus einer revolutionären Erfindung ein Mordwerkzeug zu machen.

Die prämierte Geschichte aus dem Jahr 2009 ist in dem Buch „Das Konzept“ veröffentlicht.

> Artikel der Daily Mail, Science & Tech, über Raymond Kurzweils Vortrag vom 21. Oktober 2010

WolfBooks: Fünf Pfoten für „Das Konzept“

Jacob Nomus - Die bittere Rache des Tonino Arcangelo (aus: Das Konzept)„Jacob Nomus erinnert mich beim Lesen seiner Geschichten manchmal an Hemingway, so wie er scheint auch in seinen Kurzgeschichten viel mehr zu stecken, als es Anfangs scheint. So gewinnt der ganze erste Band auch einen Faden, der am Ende die Puzzleteile zum großen zusammensetzt.

Meine Lieblingsgeschichte, um hier eine zu nennen, ist auf jeden Fall „Die bittere Rache des Tonino Arcangelo“. Ein Mann, der die Logik eines Serienmörders versteht und dennoch am Ende irgendwie zu verlieren scheint: bitter, traurig, spannend und vor allem nachdenklich, schildert Jacob Nomus diese Geschichte.“

WolfBooks-Bewertung: Fünf Pfoten

> Originalartikel „WolfBooks“
> Artikel (PDF)

dpa & stern.de berichten über die online-Validierung von „Das Konzept“

Jacob Nomus - Das Konzept„Wie kommt man nur auf so eine Geschichte???“
„Hervorragend beschriebene Charakterstudie.“
„Man ist von der ersten Zeile an gefesselt.“
„Sprachlich auf einem Niveau, dass einem schwindlig werden lässt, ist es eine der abgefahrensten Storys, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.“
„Die mathematische Sprache finde ich wunderbar absurd gelungen.“
„Kult!“

7.000 Leser und 1.000 Kommentare bevor ein Buch überhaupt im Handel erhältlich ist. Die Zahlen beziehen sich auf Das Konzept. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse berichtete die Deutsche Presseagentur dpa über diese Daten, Stern.de veröffentlichte die Information ebenfalls am gleichen Tag. Bei meinem Vortrag am 8. Oktober 2010 auf der Frankfurter Buchmesse erläuterte ich, dass die enorme Leserreaktion eine massive Validierung des Buchs Das Konzept widerspiegelt.

Die Literaturplattform BookRix als Mittel zur Qualitätskontrolle

Seit Oktober 2008 publiziere ich Leseproben und Kurzgeschichten auf BookRix – mit mittlerweile knapp 60.000 Mitgliedern die mit Abstand größte Literaturplattform Deutschlands – , um die Wirkung der Texte zu testen. Viele meiner Geschichten sind komplex. Wenn ein Leser innerhalb eines Kommentars Gedanken oder Gefühle preisgibt, birgt dies für mich wertvolle Informationen über die Güte der gewählten Umsetzung. Erst wenn ein Text unterhält und richtig verstanden wird, ist er für mich gut geschrieben.

Um die Neugierde der Leser bezüglich Das Konzept, der Geschichte über den mathematikbesessenen Versicherungssachbearbeiter Rudolf Schürzer, zu schüren, bediente ich mich einer einfachen Idee: Ich teilte den Text in sechs Abschnitte und kündigte am 31. Dezember 2008 an, die einzelnen Teile im Lauf der folgenden Tage zu publizieren. – Der gesamte Text wäre zu lang gewesen, um ihn online mit Genuss zu lesen. Ich verband also das Praktische mit dem Nützlichen.

Der 6-Tage-Hype

„Endlich Teil 3 gelesen.“
‚Der Preis war Rudolfs Isolation. Hervorgerufen dadurch, dass er eine Welt durch Formalisierung einzigartig macht, die von allen anderen als durchschnittlich, langweilig und gewöhnlich wahrgenommen wird. Seine Welt. Sein Leben. Er selbst.‘ Sehr gute Charakterisierung, spannende Geschichte.“
„Hoffentlich bist du schneller mit den weiteren Folgen als King mit seinem Schwarzen Turm … ; ))“
„So schnell kann aus einem weltfremden Geometriker ein Detektiv werden.“
„Spannung pur!!!“

Die Anzahl der Aufrufe stieg sprunghaft an, die Reaktion war überwältigend. Der Bitte um Fortsetzung kam ich nicht sofort nach; mindestens 24 Stunden mussten vergehen – so meine eigene Vorgabe – , bis ich einen weiteren Teil auf BookRix einstellte.

‚Also Herr Schürzer, was kann ich für sie tun? … Heirate mich, schenke mir Kinder.‘ Genau in DIESEM Moment hat Rudolf mein Herz erobert.“
‚Hat ihn das Schicksal hierher geführt oder die Mathematik?‘ Ich bin schon sehr gespannt wo das alles endet.“

Als die Leser begannen, einen angekündigten und um drei Uhr morgens eingestellten Abschnitt kurz nach dessen Publikation zu lesen, hatte ich Gewissheit, dass der Text, so wie er geschrieben war, funktionert. Die Leser wollten wissen, wie es weitergeht, und opferten dafür ihren Schlaf. Nach sechs Tagen endete der Testdurchlauf.

„Mich hat dieses Buch begeistert.“
„Geile Schlusssequenz, die (für mich) sein ganzes rationales mathematisches Denken und Tun ad absurdum führt.“
„Verschwörung! Leute, geht Jacob Nomus nicht auf den Leim! Er beschreibt den Pedanten Rudolf Schürzer so plastisch – z.B. mit dem Krawattenschnittmengenproblem – dass man, zusammen mit der kafkaesken Schnitzeljagd übersieht, um was es sich eigentlich handelt: Es ist ein Schlüsselroman für Eingeweihte. Ich habe die Adressen überprüft, das Hexagramm gibt es. (In welcher Stadt müsst ihr schon selbst rausfinden.) Dann habe ich die Suche nach den angegebenen Straßennamen auf Europa ausgedehnt und siehe da: Die Städte mit diesen Strassen bilden das Sternbild Virgo! Ein eindeutiger Hinweis auf den Orden der Tempelritter! Warum ich dieses Geheimnis ausplaudere? Si secretum tibi sit, tege illud, vel revela.(Wenn du ein Geheimnis hast, behalte es oder verbreite es) Leute, nehmt euch vor diesem Buch in Acht! Jacob ist ein Templer!“
„Grandiose Verschwörung. Und Rudolf ist so herrlich geschildert – ich hab ihn wirklich vor Augen gehabt.“
„Jacob, ich bin wirklich begeistert! ;o)“
„Das Konzept ist einfach nur … ein kleines Meisterwerk.“

Leseattacke über „Das Konzept“

Zum Buch
„Quer durch die einzelnen Literaturgattungen liefert er ein intelligentes Kleinod nach dem anderen ab. Satire, Humor, Groteske, Science-Fiction, düstere Melancholie oder Historie – alles von einem feinen, aber interessanten, philosophischen Schimmer durchsetzt, der nie den mahnenden Zeigefinger bemüht. Grenzen scheinen ein Fremdwort für Nomus zu sein. Literarisch UND im Kopf.“

Zur Titelgeschichte „Das Konzept“
„Jacob Nomus läuft hier zur Hochform auf. Die sich vorsichtig und langsam entwickelnde kafkaeske Story, welche in Ansätzen an den speziellen Reiz von Verschwörungstheorien erinnert, kann man nur als außergewöhnlich bezeichnen und hätte dem Altmeister der verstörenden Literatur zur Ehre gereicht. In Sachen Sprache und Erzählkunst wird hierbei ein Niveau erreicht, das mehr als nur bemerkenswert ist. Diese Geschichte allein wäre schon eine Veröffentlichung wert gewesen. Sie in diese Sammlung einzubetten, macht aus einem guten Kurzgeschichtenband eine lohnenswerte Investition, um die Fähigkeiten eines der talentiertesten Autoren unseres Landes kennen zu lernen.“

> Originalartikel „Leseattacke“
> Artikel (PDF)

Jetzt erhältlich: Das Konzept

2. Oktober 2006. Ich nehme den Frühzug von Rimini nach Mailand. Die Fahrt dauert dreieinhalb Stunden. Die Grundidee einer Geschichte vor Augen, beschließe ich, die Zugfahrt damit zu verbringen, sie aufzuschreiben. Die Tastatur ruht nicht einen Moment, die Worte fließen. In Mailand angekommen, blicke ich auf die Umsetzung eines kleinen Teils meiner Idee, die Beschreibung des Protagonisten Rudolf Schürzer, welche zu schreiben ein Genuss war. Ich speicher die Datei unter dem Namen Das Konzept ab. Am Abend jenes Montags werde ich in meiner damaligen Mailänder Wohnung tiefer in Rudolfs Leben, seine Wünsche und Gedanken eintauchen, so wie an jedem weiteren Abend der Woche, bis hin zum 6. Oktober 2006, an dem ich auf der Rückfahrt nach Rimini die letzten Worte über Rudolf Schürzer verfasse.

Jacob Nomus - Das KonzeptDer Zug fährt ein. Etwas hatte sich in dieser Woche verändert. Niemals zuvor hatte ich in so kurzer Zeit 80 Seiten geschrieben. Beeindruckt von der Leichtigkeit des Erschaffens dieser Geschichte – der Protagonist schien selbst die Feder geführt zu haben – wird meine Euphorie über Das Konzept maßgeblich die Entscheidung beeinflussen, ein so umfangreiches Projekt wie Das Amarna-Grab zu realisieren.

„Grenzen scheinen ein Fremdwort für Nomus zu sein. Literarisch UND im Kopf.“
Literaturseite leseattacke.de über die Anthologie „Das Konzept“

Das Konzept ist eine Geschichte über den Menschen und dessen Geschöpf, die Mathematik, gewidmet dem großartigen Schriftsteller Jorge Luis Borges. Ihre Publikation war stets ein leise ausgesprochener Wunschtraum. Dem Gefühl, sie jetzt im Rahmen der gleichnamigen Anthologie in Händen zu halten, haftet etwas Unglaubliches an, einzig übertroffen von dem positiven Feedback, das mich in Erinnerung an jene Woche im Oktober 2006 in besonderer Weise berührt.

In der Anthologie finden sich insgesamt 14 Texte, darunter einige prämierte, wie z.B. die Hommage an John Lennon Season Of Glass oder der Science Fiction Retina. Die meisten Geschichten wurden von einer breiten Masse an Internetnutzern – insgesamt knapp 7.000 – gelesen. Viele kommentierten die Texte oder diskutierten über sie, beides ließ mich und die Geschichten reifen. Insbesondere möchte ich mich bei den Autoren Fabiana, Tinka, Murkele, Germaine, Sveste, Crimson und Garlin für ihr Feedback bedanken, sowie bei Marian Katschnig für seine beherzten Ratschläge und bei Michael Labs für seine tatkräftige Unterstützung bei der präzisen Umsetzung des Passus von Dante Alighieri in Die Unergründbarkeit göttlichen Willens.

Ein riesiges Dankeschön geht an Claudia Starke für das Korrektorat des Buchs. Der Dank bezieht sich vor allem auf die Aufmerksamkeit, die sie den einzelnen Texten geschenkt hat, und die Bereitschaft, bis zum Kern der Geschichten vorzudringen.

Schließlich eine Umarmung an alle, die mir im Alea Verlag beiseite stehen: Mariapia, Hans-Josef, Doris, ihr seid grandios!

Anthologie
Titel: Das Konzept – Geschichten aus dem dritten Jahrtausend (Band I)
Autor: Jacob Nomus
Seiten: 240
ISBN: 978-3-00-032106-1

Nemesis uncoded

Der Text Nemesis wurde innerhalb eines Schreibduells zu einer Themenvorgabe geschrieben, die ein Weltuntergangsszenario à la Roland Emmerich wünschte. Das Thema erzeugte sofort die Idee, die Mächtigen, welche sich einen Platz im vermeintlichen Bunker gesichert hatten, als organischen Treibstoff zu verbrennen. Das Einweben der drei vorgegebenen Charaktere – der Mann, die Frau und das Kind – drehte die Geschichte in ihre finale Fassung. Gezielt in der Geschichte eingesetzte Namen und Begriffe erzeugten eine Metaebene.

Dass nur Adam Ziusudra einen Vor- und einen Nachnamen hat, ist kein Zufall, sondern eine Aussage. Der Name verknüpft Adam mit Ziusudra, einer mit Noah vergleichbaren Figur. Der erste Mensch der Schöpfungsgeschichte ist somit der Überlebende einer Apokalypse. Der Anfang und das Ende der Bibel sind verbunden, das Schicksal der Menschheit zyklisch, nicht linear.

Mein Gegenspieler erkannte vollkommen korrekt, dass Embla Eva, ebenfalls eine Figur aus der Genesis, darstellt. Ich fragte mich, ob die Geschichte auch ohne das Erkennen dieser Verweise bestehen könnte, also als einfaches Weltuntergangsszenario. Hier waren die Leserkommentare sehr aufschlussreich. Es gibt für mich kein größeres Glück, als dass eine Geschichte as it is gefällt und zudem Überraschungen für Fündige bereit hält.

Über „Die Stadt“

Der Text „Die Stadt“ ist eine Parabel aufs Leben. Sie beschreibt das Phänomen, ein Leben lang nach irgendetwas zu suchen, nur um sich am Ende des Lebens klar zu werden, dass man die wichtigsten Dinge, wie z.B. Liebe, Achtung, Vertrauen, bereits am Anfang hatte. Dies ist manchmal die Quintessenz, wenn man mit alten Menschen über deren Leben spricht.

Der in der Geschichte zurückgelegte Weg ist die Zeit. Die Stadt, als Ort, ist die bewegteste Phase des Lebens. Jene, bei der Hesses Siddharta Kaufmann und Vater geworden ist. Anfang und Ende sind sich in Ort, Handlung und Inhalt ähnlich, um einen Ping-Pong-Effekt entstehen zu lassen, der das sich ständige Wiederholen des im Text beschriebenen Prozesses veranschaulicht. Die Suche nach dem Sinn des Lebens sozusagen als ein auf alle Generationen wirkendes Perpetuum Mobile.

Der Text sagt nicht, ob die andere Seite der Stadt, also das im Leben Erreichte, wirklich schöner ist, oder ob der Junge am Ende der Geschichte ebenfalls aufbrechen wird, so wie jener am Anfang. Die andere Seite der Stadt – die Vergangenheit, die Familie – ist eine Erinnerung, und in der Erinnerung ist vieles einfach schöner. Nur dies sagte der alte Mann zu Beginn, und der zum Greis gealterte Junge am Schluss.

Auf dem Weg durchs Leben gibt es kein Zurück. Der alte Mann zu Beginn der Geschichte geht in Richtung Berge weiter, um einen hohen Punkt zu finden, von welchem aus er, über das Tal und die Stadt hinweg, sein Geburtshaus sehen kann. Dieses Bild symbolisiert den Versuch, nach der Einsicht, wie schön es damals war, das Glück der eigenen Kindheit nochmals zu erleben.

Es sei dem Leser offen gestellt, ob man aus einer solchen Entfernung ein Haus oder dessen Bewohner sehen kann. Doch so oder so würde der alte Mann nur Zuschauer sein und eine andere Zeit sehen.
Die Schönheit und das Glück seines vergangenen Lebens bleibt allein in seiner Erinnerung bestehen.